Aktuelles
Der Heimatpflegeverband Südtirol sucht für seine Geschäftsstelle in Bozen eine*n Mitarbeiter*in in Teilzeit (50-70%).

Die Beschreibung der Stelle finden Sie hier.


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Stellungnahme der Gesamttiroler Heimatpleger zum Angriff auf die Ukraine

 

Die Gesamttiroler Heimatpfleger sehen sich angesichts der Vorgänge in der Ukraine veranlasst, eine klare Position zu beziehen.
Auch wenn die meisten Vereine, die unter diesem Dach zusammengeschlossen sind, in ihren Statuten verankert haben, dass sie unpolitisch sind, müssen wir unsere Stimme erheben, wenn grundsätzliche ethische und humanitäre Prinzipien verletzt werden.

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Comunicato stampa in lingua italiana


18.03.2022 © 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolCampionac Mundiei sustenibli – va pa chёl?

Gröden am Scheideweg: Megaevents sind nicht enkeltauglich


Die Lia per Natura y Usanzes lädt am 18. März 2022 um 20.00 Uhr in das Kulturhaus “Luis Trenker” in St. Ulrich zu einem Informationsabend zur möglichen Ski-Weltmeisterschaft und die Folgen für Gröden ein.

Weitere Infos hier.

 


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Grünes Olympia in den Alpen?

Südtirol hat es in der Hand die Spiele 2026 weniger klima- und umweltschädlich zu veranstalten. Dazu braucht es eine Kehrtwende der Politik und Investition der Olympia-Millionen einzig in nachhaltige Projekte.

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Comunicato stampa in lingua italiana

 

 


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolDie traditionelle Bewässerung im Obervinschgau auf der nationalen Liste des immateriellen Kulturerbes

Die Wiesenbewässerung auf der Malser Haide ist eine jahrhundertealte Kulturtechnik, die bis heute nichts von ihrer Effizienz und Faszination eingebüßt hat. Davon ist auch das Landwirtschaftsministerium in Rom überzeugt und hat die Praktik der traditionellen Bewässerung im Obervinschgau auf die nationale Liste für landwirtschaftliche Praktiken und traditionelles Wissen gesetzt. Das Ansuchen dafür wurde von Heimatpflegeverband, Bauernbund-Ortsgruppe Burgeis, Gemeinde Mals, Heimatpflegeverein Mals und IDM gemeinsam gestellt.


Knapp 400 Hektar werden auf der Malser Haide noch traditionell über Waale bewässert, indem sie nach einem streng geregelten Zeitplan, der sogenannten „Road" in regelmäßigen Abständen überflutet werden. „Die Kulturtechnik der Überflutung hat keinen musealen Charakter, sondern ist eine effiziente Technik, die heute nach wie vor so angewandt wird wie vor hunderten von Jahren" so Claudia Plaikner, Obfrau des Heimatpflegeverbandes Südtirol, zum Projekt immaterielles Kulturerbe traditionelle Bewässerung im Obervinschgau, „und aus diesem Grund sind wir der Meinung, dass sie auch eine Zukunft haben sollte."

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Comunicato stampa

Zum Bewerbungsdossier mit technischen Informationen (in italienischer Sprache)
Dossier di candidatura con informazioni specifiche


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Tagung: Heimat: Immer noch?

Zur Dauer und Aktualität eines Begriffes

Am 10. Dezember ab 14:00 Uhr findet in der Universität Bozen eine Tagung zum Thema Heimat statt. Neben Aleida Assmann, Elsbeth Wallnöfer, Hans Heiss, Gabriele Di Luca, Martin Bredenbeck, Anuka Hossain und Klaus Vontafon wird auch Obfrau Claudia Plaikner darüber diskutieren, ob "Heimat trotz der historischen politisch-ideologischen Belastungen und Missbräuche heute noch Bedeutung hat".

Programm Download

 


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Memorandum 150 Jahre Pustertaler Bahn: Grund zum Feiern – und zum Weiterdenken

Der Heimatpflegeverband Südtirol hat zusammen mit der Plattform Pro Pustertal und zwölf anderen Organisationen ein Memorandum für eine nachhaltige Verkehrspolitik im Pustertal verfasst und anlässlich der Feierlichkeiten an den Landeshauptmann Arno Kompatscher, Verkehrslandesrat Daniel Alfreider und die anwesenden Lokalpolitiker übergeben.

Download: Memorandum 150 Jahre Pustertaler Bahn

 


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolPressekonferenz "Alpiner Raum ohne Wert?"

Alpenverein Südtirol, Club Alpino Italiano Alto Adige, Heimatpflegeverband Südtirol und Dachverband für Natur- und Umweltschutz in Südtirol haben am Dienstag, 28.9. zur Pressekonferenz „Alpiner Raum ohne Wert?" in die Landesgeschäftsstelle des AVS in Bozen eingeladen.

Im Zentrum der Konferenz stand die Frage nach dem (Selbst-)Wert des alpinen Raumes. Anhand von Fallbeispielen – Neubauten Kölner Hütte und Santnerpass Hütte, Verkehr auf den Dolomitenpässen, Errichtung „Almdorf Schnals", Erschließung Antersasc Alm – beanstanden die vier Umweltorganisationen die mangelnde Wertschätzung der ursprünglichen, alpinen Natur- und Kulturlandschaften – innerhalb wie außerhalb von Schutzgebieten.

Bei ihrem Einsatz für einen naturbelassenen alpinen Raum wurden die Südtiroler Umweltverbände auch von den „Huberbuam" und Alex Walpoth unterstützt.

Alexander Huber ist nicht nur weltweit bekannter Profibergsteiger, Autor, Referent und diplomierter Physiker, sondern seit einigen Jahren auch Natura-2000 Botschafter. In dieser Funktion, aber auch als begeisterter Bergsteiger ist er überzeugt: „Nur eine intakte Natur kann uns das bieten, was wir in ihr suchen: eine Auszeit, Erholung und das große Abenteuer."

Thomas Huber ist Profibergsteiger, Referent und Bergführer. Als Familienmenschen ist Thomas vor allem die Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen ein Anliegen.


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolTagung: Identitätsstiftende Orte zum nachschauen

Was macht einen Ort zu einem identitätsstiftenden Ort? Zu einem Ort, an dem das Zusammenspiel von Menschen, Baukultur, Landschaft und Wirtschaft zu einem ästhetischen Ganzen wird. Wie entsteht ein lebendiger Ort und welche Voraussetzungen braucht er, um ein identitätsstiftender Ort zu sein?

Das sind die Fragen, die im Rahmen der Tagung Identitätsstiftende Orte am 17. September vor Ort im Sparkassensaal des Waltherhauses oder online im Livestream besprochen worden sind.

Programm:

  • 16:30 Uhr Begrüßung und Einleitung
    Claudia Plaikner, Obfrau Heimatpflegeverband, Olang
  • 17:00 Uhr Le VILES e la cultura del costruire in Val Badia
    Sigrid Piccolruaz, Architetto, La Villa in Badia
  • 17:30 Uhr Identitätsstiftende Orte und Leerstandsmanagment im Vinschgau
    Susanne Waiz, Architektin, Bozen
  • 18:00 Uhr Architektur als Weltanschauungssymbol. Zur Entwicklung des Hotelbaus im 19. Jahrhundert
    Bettina Schlorhaufer, Kunsthistorikerin, Innsbruck
  • 18:30 Uhr „Nicht nichts ohne dich, aber nicht dasselbe..." Kulturgüterschutz, Identität und das Projekt „Bauinventar Südtirol"
    Karin Dalla Torre, Landeskonservatorin, Bozen
  • 19:00 Uhr Pause
  • 19:15 Uhr Diskussion Identitätsstiftende Orte: Sigrid Piccolruaz, Susanne Waiz, Karin Dalla Torre, Bettina Schlorhaufer, Hans Heiss, Claudia Plaikner

Moderation: Carlo Calderan, Architekt, Bozen

Download Programm

In Zusammenarbeit mit der Architekturstiftung Südtirol


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolDas Meer beginnt hier

Aussendung des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz zum Weltwassertag 2021

Wir ärgern uns über Mikroplastik in den Weltmeeren, dabei gelangt es auch über unsere Flüsse dorthin. Wir empören uns über so viel Müll an unseren Gewässern, erwarten uns aber, dass ihn andere wegräumen. Wir wollen sauberes Wasser und nehmen achselzuckend zur Kenntnis, dass immer noch Pestizide darin zu finden sind. Unser Bezug zu Wasser und Gewässern könnte ambivalenter nicht sein. Am Weltwassertag kann man auf die vielfältigen Probleme aufmerksam machen. Was es aber braucht, sind ein grundlegend neues Verständnis und ein anderer Zugang zu dieser Grundlage allen Lebens – und das auch an den restlichen 364 Tagen im Jahr.

Wert des Wassers
Seit dem Jahr 1992 wird jährlich am 22. März der Weltwassertag abgehalten, um auf die fundamentale Bedeutung des Wassers als Grundlage allen Lebens auf unserem Planeten aufmerksam zu machen und die Gesellschaft für Themen rund um den Erhalt und den Schutz der Ressource Wasser zu sensibilisieren. Die heurige Ausgabe steht dabei passenderweise unter dem Motto: „Wert des Wassers“.

Südtirol ist kein Vorbild
Auch in Südtirol wird der Weltwassertag jährlich medial aufgegriffen. Unter anderem macht auch der Dachverband seit vielen Jahren auf Missstände im Zusammenhang mit Umgang und Zustand von Wasser und Gewässern aufmerksam. Dennoch haben wir offensichtlich keine Sensibilität und kein Problembewusstsein zum Thema Wasser und Gewässer. Ein Blick auf die Meldungen des letzten Monats genügt: In der Plima im Nationalpark (sic!) Stilfser Joch werden Pestizid-Rückstände über den zulässigen Grenzwerten festgestellt. In Neumarkt gelangen große Mengen an Kunststoff-Granulat direkt in die Etsch. Vereine und Freiwillige tragen im Wochenrhythmus Unmengen an Müll an den Ufern von Bächen und Flüssen zusammen. Letzteres verdient Anerkennung und Dank. Gleichzeitig muss die Frage erlaubt sein: Wie kommt der Müll überhaupt dorthin? Unser Umgang mit unseren Gewässern ist beschämend, jeder Bezug und jede Wertschätzung sind verloren gegangen. Der Weltwassertag mag zwar wichtig sein, um diese Themen publik zu machen. Wir brauchen aber einen grundlegend anderen, viel bewussteren Um- und Zugang zu unseren Gewässern.

Wertschätzenden Umgang mit Wasser vorleben
Mit gutem Beispiel voran gehen sollten dabei Politik und Verwaltung. Gerade dort sieht man aber leider allzu oft, welchen Stellenwert Wasser und Gewässer haben: Der Gewässerschutzplan ist auch im Jahr 2021 noch nicht definitiv beschlossen, dabei hätte er laut Landesgesetz seit 2003 in Kraft sein sollen. Ähnliches gilt für andere Fachpläne wie den Gesamt-Bonifizierungsplan des Landes. Obwohl laut Landesgesetz vorgesehen, findet sich von diesem Fachplan noch keine Zeile. Enttäuschend auch die Umsetzung der Umweltauflagen und der Umweltgelder der großen Kraftwerke. An Etsch, Puni und Falschauer haben wir auch zehn Jahre nach Übernahme der Betriebskonzessionen durch die landeseigene Energiegesellschaft ökologisch katastrophalen Schwall. Die Umweltgelder – gedacht für Ausgleichsmaßnahmen zur Kompensation der Schäden durch die Nutzung der Gewässer – werden lieber für alles Mögliche verwendet, nur selten aber dort, wo der Schaden der hydroelektrischen Nutzung am größten ist, nämlich im Fluss.
Was Politik und Verwaltung hier vorleben, ist alles andere als vorbildhaft. Im Rahmen des Weltwassertages muss auf diese Probleme aufmerksam gemacht werden. An den restlichen Tagen des Jahres müssen wir aber weit konsequenter als bisher daran arbeiten, diese auch tatsächlich zu lösen.


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolOnline-Vortragsreihe: Die Kulturlandschaft in Gröden

Ab Freitag, 5. März um 18 Uhr veranstaltet das Museum Gherdëina eine Online-Vortragsreihe zum thema Die Kulturlandschaft in Gröden: Reflexionen zur Geschichte und mögliche nachhaltige Entwicklungen.

Das vollständige Programm der Vortragsreihe finden Sie hier.

 

 


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolGesetzentwurf: Habitatschutz-Initiative

Mit einem neuen Gesetzentwurf wird versucht, die Problematik vom Verlust der Artenvielfalt durch oft geringfügige Eingriffe in der Landschaft oder Weidenutzung in sensiblen Gebieten auf die politische Ebene zu bringen und den Fokus darauf zu lenken. Arten verschwinden durch gezielte Ausrottung, durch Übernutzung, durch Pestizide und durch zerstörung der Lebensräume. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden in Südtirol unzählige Habitate durch sogenannte Bagatelleingriffe zerstört. Zumeist passierte das auf landwirtschaftlichen Flächen, wobei -und das ist das Traurige- der Mehrwert für den Landwirt marginal ist, der ökologische Verlust aber gewaltig.

Lesen Sie hier den Gesetzentwurf der Grünen Fraktion und den Begleitbericht:

Download Begleitbericht

Download Gesetzentwurf


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Die Skiverbindung Langtaufers-Kaunertal ist (hoffentlich) endgültig vom Tisch

Das Verwaltungsgericht Bozen hat den Rekurs der Oberländer Gletscherbahnen AG zur Skiverbindung Langtaufers Kaunertal abgelehnt.

Das Melagtal: Ein wunderbares hochalpines Kleinod
Das Melagtal ist ein ökologisch wertvoller hochalpiner Lebensraum. Gefährdete Tierarten, wie Schnee- und Steinhuhn finden hier Brutgebiete und Lebensraum. Solche Kleinode werden in den Alpen leider zunehmend seltener. Umso erfreulicher ist es, dass Langtaufers von der Skiverbindung Langtaufers-Kaunertal verschont bleibt.

Das gerettete Melagtal als Signal gegen weitere Erweiterungsprojekte
Die Anzahl der Skifahrer geht europa- und weltweit zurück bzw. stagniert. Dieser Trend ist seit vielen Jahren bekannt und vielfach belegt. Deshalb ist im Grunde jede Investition in eine Erweiterung bzw. in einen quantitativen Ausbau eines Skigebietes eine Investition gegen benachbarte Skigebiete. Die Landesregierung täte gut daran, dieser Entwicklung nicht nur in Langtaufers Rechnung zu tragen, sondern auch bei anderen geplanten Erweiterungen. Öffentliche Beiträge sind eindeutig besser investiert, wenn sie einen nachhaltigen, umwelt- und sozialverträglichen Tourismus fördern und nicht skitechnische Neuerschließungen von Großinvestoren.


Stellungnahme zur Erweiterung der Tourismuszone in Amaten

Amaten ist seit jeher ein wahrer Sehnsuchtsort für die Bürger der Umgebung und vor allem für die Brunecker. Dieses Hochplateau mit einem großartigen Panoramablick ist ein sehr sensibles und schützenswertes Gebiet. Von besonderem Reiz ist der Bereich mit dem alleinstehenden Ahornbaum am Weg in der Wiese, der weitum sichtbar ist und unter dem sich sowohl Gäste als auch Einheimische gerne niederlassen. Nun soll beim bestehenden Gasthof Amaten eine riesige Tourismuszone ausgewiesen werden.

Hier die Stellungnahme des Heimatpflegeverbandes dazu: Stellungnahme Erweiterung Tourismuszone Amaten


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolGesetzesvorschlag: Umweltbaubegleitung

Hanspeter Staffler hat für die Grünen einen sehr interessanten Gesetzesentwurf eingebracht, den wir voll und ganz unterstützen.
Der Entwurf sieht vor, dass der Projektträger für jedes UVP-pflichtige Projekt oder für Projekte mit Sammelgenehmigungsverfahren eine Umweltbaubegleitung beauftragen muss, um die Qualität der Umsetzung der Umweltmaßnahmen sicher zu stellen.

Die Umweltbaubegleitung hat in erster Linie die Aufgabe, die Umsetzung der Umweltmaßnahmen zu überwachen und bei Bedarf vor Ort mit der technischen Bauleitung Verbesserungsvorschläge oder Variantenlösungen zu erörtern.

Download Begleitbericht

Download Gesetzesvorlage

 


© 2022 Heimatpflegeverband Südtirol(um)Welttage 2020 des Umweltrings Pustertal

Die (um)Welttage 2020 des Umweltrings Pustertal (vormals Umweltgruppe Olang) stehen ganz im Zeichen von Biodiversität und nachhaltiger Landnutzung. Als Livestreamings werden die spannenden Referate namhafter Referenten zu diesen Themen am 19., 20. und 21. November unter https://www.facebook.com/umweltring.pustertal in Echtzeit in die Wohnzimmer übertragen.

Informationen und Programm: Download

 

 


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolDie Welt im Bild - Kulturlandschaften 2020

Workshop dokumentarische Fotografie am 6. und 7. November im Ötztal

Ziel des Workshops ist neben der Verbesserung der Fototechnik die Sensibilisierung der persönlichen Wahrnehmung und das Schaffen von dokumentarischen Fotografien. Die Ergebnisse sollen in einer Wanderausstellung in Nord- und Südtirol gezeigt werden.
 

Weitere Informationen: architektur-lokal.at

 

 


Europäischer Tag des Kulturerbes 2020 am 27. September

Orte, Spuren, Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg in den Sextner Dolomiten

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© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolLandesweiter Aufruf Confinböden 06.09.2020

ACHTUNG: Wegen des zu erwartenden schlechten Wetters wurde die Kundgebung auf Sonntag, 6. September verschoben!

Die Confinböden sind wieder in Gefahr. Eine Verbindungsbahn soll zwischen Kastelruth und St. Christina (Monte Pana-Saltria) – mitten durch die einmaligen Confinböden – errichtet werden. Der Heimatpflegeverband lädt gemeinsam mit der Gruppe Nosc Cunfin – Unser Cunfin am 30.08.2020 zum informativen Ausflug mit Kundgebung auf den Confinböden.

Download Einladung Start Monte Pana

Download Einladung Start Kompatsch

 


© 2022 Heimatpflegeverband Südtirol„Wir müssen es wollen!“

70. Vollversammlung des Heimatpflegeverband Südtirol

Die Corona-Krise kann auch eine Gelegenheit sein, um eine nachhaltige und bewusste Lebensweise zu ermöglichen, für eine gemeinsame, lebenswerte Zukunft: Wir müssen es aber wollen! Das war eine der Kernaussagen der Vollversammlung des Heimatpflegeverband Südtirol am 29. Mai im Waltherhaus in Bozen. Gefeiert wurden aber auch Erfolge, wie die Rettung des Melagtales oder das Moratorium für Tourismuszonen im Grünen.

Auch die 70. Vollversammlung des Heimatpflegeverband Südtirol am 29. Mai musste der Corona-Krise Tribut zollen und fand deshalb in kleinstmöglichen Rahmen unter Einhaltung rigider Sicherheitsvorkehrungen statt. Im großen Theatersaal des Waltherhauses in Bozen trafen sich die Vorsitzenden der Mitgliedsvereine, der Landesvorstand des Heimatpflegeverbandes sowie die Rechnungsprüfer und Schiedsrichter im verordneten Sicherheitsabstand, um über das vergangene Jahr Resümee zu ziehen und die Schwerpunkte für das kommende Jahr zu setzen.

Krise bedeutet Gefahr, es kann aber auch eine Gelegenheit sein
„Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus zwei Schriftzeichen zusammen – das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit“. Mit diesem Zitat von J. F. Kennedy leitete Landesobfrau Claudia Plaikner ihren Vortrag ein. Das Corona-Virus hat uns allen sehr zugesetzt, vor allem kranken und schwachen Menschen, aber auch den Angestellten in Krankenhäusern und Altersheimen, den Familien und nicht zuletzt auch vielen Betrieben.
Und doch kann eine Krise auch eine Gelegenheit sein. Wir sind schon lange auf Sicht gefahren und haben zu wenig weder an die Zukunft unserer Kinder noch auf die Natur und Umwelt geschaut. Diese uns durch Corona auferlegte Verschnaufpause kann aber durchaus zukunftsweisend sein, kann die Nachhaltigkeit in vielen Bereichen als allgemein akzeptiertes Kriterium forcieren – wir müssen es aber wollen! Wir wissen: Gegen Corona wird es irgendwann eine Impfung geben, gegen den Klimawandel nicht. Deshalb muss unser aller Bemühen auch in diese Richtung gehen, dass wir unseren Lebensstil anhaltend ändern, um damit auch unserer Jugend eine Zukunftsperspektive zu geben. Und wir müssen das auch weiterhin von den Politikern einfordern, dass sie den Entscheidungen eine ganzheitliche, zukunftstaugliche Sicht zugrunde legen.

Neue Kommunikationskampagne für den Heimatpflegeverband, Wiederauflage des Projekts Steinzeichen
Der Heimatpflegeverband arbeitet derzeit an einer Kommunikationskampagne für den Verband. Ziel ist es, die Arbeit der Südtiroler Heimatpflege für die Erhaltung und sanfte Weiterentwicklung der Südtiroler Natur- und Kulturlandschaft in den Mittelpunkt zu rücken, aber vor allem auch um die Jungen für das Thema der Heimatpflege und Heimatkunde zu erreichen. Dabei soll auch nachhaltig am bisherigen Image der Heimatpflege als „Verhinderer“ in Richtung „Bewahrer“ und „Gestalter“ gearbeitet werden.
Neben vielen weiteren Initiativen und der laufenden Arbeit wird ein weiterer Schwerpunkt des heurigen Verbandsjahres auf die Wiederauflage des Projekts „Steinzeichen“ gesetzt. Bereits von 1966 bis 1990 hat der HPV für „vorbildhafte öffentliche und private Neu- und Umbauten“ das sog. „Steinzeichen“ vergeben. Damit soll ein positiver Impuls für die Wertschätzung der historischen und innovativen Baukultur gegeben und die Bemühungen der Bauherren, die mit Feingefühl Gebäude und Ensembles pflegen und für die aktuellen Bedürfnisse adaptieren, in den Fokus gerückt werden.

Langtaufers, Tourismuszonen im Grünen und Raumplanung
Im Tätgigkeitsbericht, den Geschäftsführer Josef Oberhofer bei der Vollversammlung vorstellte, konnte unter ein Thema, das den Heimatpflegeverband bereits seit Jahren beschäftigt ein erfolgreicher Schlussstrich gezogen werden. Das wunderbare Naturjuwel Melagtal wurde durch die Ablehnung der Skiverbindung Langtaufer-Kaunertal in der Landesregierung und nicht zuletzt durch den Einsatz der Heimatpfleger gerettet.
Viel Arbeit investierte der Heimatpflegeverband im letzten Jahr in das Thema neue Tourismuszonen im Grünen, die im Hinblick auf die neue Raumordnung wie die Pilze aus dem Boden schossen. Das Moratorium der Landesregierung für neue Tourismuszonen außerhalb des Siedlungsgebietes war hier ein Zwischenerfolg, den die Heimatpfleger in diesem Bereich verbuchen konnten. Gerade die Corona-Krise wird zeigen, dass das Alleinstellungsmerkmal der intakten und reizvollen Kultur- und Naturlandschaft für den Tourismus in Südtirol in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen wird.
Ein weiteres Dauerthema war und ist das neue Raumordnungsgesetz, das Anfang Juli in Kraft treten soll. Auch hier hat sich der Heimatpflegeverband intensiv eingebracht. Nach wie vor sind mit dem neuen Gesetz negative Auswirkungen auf die Natur- und Kulturlandschaft zu befürchten.

Netzwerkarbeit und Ortsbegehungen.
Ein besonderes Augenmerk wurde auch 2019 auf die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Einrichtungen gelegt. Sehr erfreulich ist es, dass die Welschtiroler Heimatpfleger ihren Verein „Terra tra i monti – Heimat tirolese“, mit Unterstützung des HPV, wiedergegründet haben. Ein sehr fruchtbares Jahr also für die Gesamttiroler Heimatpfleger.
Ein weiterer Erfolg war die Annäherung zwischen Stiftung Landschaft Südtirol und dem Heimatpflegeverband durch eine gemeinsame Büroführung. Seit Jahren sehr gut funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt. Zur Zeit wird an einem gemeinsamen Leitfaden zum Denkmalschutz für Eigentümer von denkmalgeschützten und anderen wertvollen Objekten gearbeitet.
Eine sehr schöne Aktion, die in den letzten Jahren wieder reaktiviert wurde, sind die Ortsbegehungen. 2019 wurden in Tramin, St. Pankraz und Burgstall zusammen mit dem jeweiligen Ortsverein eine Ortsbegehung organisiert und abgehalten.

Arbeitsgemeinschaft Lebendige Tracht
Die Arbeitsgemeinschaft Lebendige Tracht hat 2019 die Musikkapelle St. Pauls und die Musikkapelle Pfunders bei der Neuanschaffung bzw. Ergänzung ihrer Tracht beraten. Weiters hat sich die ArGe an der Herausgabe eines Ratgebers zum richtigen Tragen und zur Pflege der Tracht in Zusammenarbeit mit dem Verband Südtiroler Musikkapellen und der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz sowie an der Herausgabe eines Folders über die Pustertaler Männertracht im Auftrag des Südtiroler Bauernbundes maßgeblich beteiligt.

460 bearbeitete Ansuchen für die Landschaftspflege
460 bearbeitete Beitragsansuchen und betreute Antragsteller für die Sanierung und Wiedererrichtung von bäuerlichen Kleindenkmälern und die Vermittlung von rund 1,2 Millionen Euro an Beiträge: Das ist die Bilanz 2019 im Bereich der Landschaftspflege. Für die Bereitstellung der Geldmittel zur Erhaltung und Pflege all dieser landschaftsprägenden Elemente dankt der Heimatpflegeverband der Südtiroler Landesregierung.
Den unermüdlichen Sachbearbeitern im Heimatpflegeverband und den Mitarbeiter*innen der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung sei an dieser Stelle ebenso aufrichtig gedankt.

Claudia Plaikner als Landesobfrau bestätigt, zwei neue Vorstandsmitglieder
Auch die Neuwahl des Landesvorstandes stand heuer auf der Tagesordnung. Claudia Plaikner wurde mit überwältigender Mehrheit für weitere drei Jahre als Landesobfrau bestätigt. Franz Fliri und Josef Vieider werden ihr auch weiterhin als Obfraustellvertreter zur Seite stehen. Neu in den Landesvorstand gewählt wurden Valentine Kostner aus Gröden und Georg Hörwarter aus Meran. Agnes Andergassen und Johannes Ortner wurden als Vorstandsmitglieder bestätigt. Auch Egon Fischnaller als Rechnungsprüfer und Oswald Brunelli, Peter von Hellberg und Herald Kleewein als Schiedsrichter werden für den Heimatpflegeverband weitere drei Jahre im Einsatz sein.


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolEin Jahr Netzwerk Kulturerbe – denn das Schöne liegt so nah

Am 20. Mai 2019 wurde unser „Netzwerk Kulturerbe“ offiziell gegründet und der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel der 4 darin zusammengeschlossenen Organisationen, also des Südtiroler Burgeninstituts, des Fondo Ambiente Italiano, des Verbandes der Restauratoren und Konservatoren Südtirols und des Heimatpflegeverbandes ist es, das Gedankengut, welches dem Europäischen Kulturerbe-Jahr 2018 zugrunde gelegen hat, weiterzuspinnen und wach zu halten. Das Netzwerk, das sich als offene Plattform versteht, hat sich zur Aufgabe gestellt, in den kommenden Jahren mindestens einmal jährlich eine Veranstaltung zu organisieren, um auf das vielfältige materielle und immaterielle Kulturerbe in unserem Lande und darüber hinaus hinzuweisen. Vor allem geht es aber dem „Netzwerk Kulturerbe“ darum, in Synergie der vier Verbände ein gemeinsames Sprachrohr bei der Sensibilisierungsarbeit für die Erhaltung und Weiterentwicklung unserer Kulturlandschaft zu haben und mit Nachdruck die Wertschätzung für das den Menschen bereichernde Kulturengagement zu heben.

Nun hat freilich die Corona-Krise auch die Aktivitäten des Netzwerks eingeschränkt. Die erste gemeinsam organisierte Veranstaltung, der Fotowettbewerb zum Thema „Heimat im Fokus • Natur-Denkmal-Mensch • offen-kritisch-spielerisch“, konnte Ende Februar – leider ohne öffentliche Präsentation - mit Erfolg abgeschlossen werden.

Wir Initiatoren des „Netzwerk Kulturerbe“ betrachten es als wichtige Aufgabe, auch in Krisenzeiten den Wert von Kulturarbeit hervorzuheben, denn nicht das Brot allein ist für den Menschen wichtig, sondern vor allem auch Sinnstiftung durch Kulturverständnis und Kulturarbeit. Albert Schweitzer, Arzt, Theologe, Musiker, Kulturphilosoph und Friedensnobelpreisträger meinte: „Das Verhängnis unserer Kultur ist, dass sie sich materiell viel stärker entwickelt hat als geistig. Ihr Gleichgewicht ist gestört.“  

Viele Menschen haben in dieser jetzigen Krisenzeit wieder zu ihren künstlerischen Hobbys gefunden oder ein neues begonnen, Zeichen der Wertschätzung für das Sanitätspersonal und die Nahversorgung mit Balkonkonzerten und Auftritten im Internet gesetzt.

Wertschätzung, Rücksicht, Bedachtsamkeit sind zu neuen wichtigen Parametern im Umgang untereinander geworden. Und das gilt es auch auf die verschiedenen Ausformungen der kulturellen Tätigkeit zu übertragen: Wertschätzung für unsere einzigartige Natur-Landschaft mit all ihrem Facettenreichtum, Wertschätzung für unsere Bräuche und Traditionen  – jetzt, da wir so vieles nicht ausüben können, erkennen wir erst richtig ihre Wichtigkeit - , Wertschätzung für unsere historische Baukultur und Geschichte, Rücksicht auf  Tier und Mensch und Bedachtsamkeit im Umgang mit den natürlichen Ressourcen und bei der Gestaltung  der öffentlichen und privaten Räume.

Das „Netzwerk Kulturerbe“ spricht sich in diesen Krisenzeiten aber auch dafür aus, dass die vorhandenen öffentlichen Mittel nicht nur zur möglichst schnellen Wiederinstandsetzung der Wirtschaft aufgebracht werden, sondern dass zur Förderung einer nachhaltigen,  ganzheitlichen und sinnstiftenden Umwelt der Kulturbereich ebenso gefördert wird wie die Wirtschaft und nicht zum Luxusgut erklärt wird, auf das man verzichten kann.

Diese merkwürdigen Zeiten bergen auch eine Chance für Wirtschaft und Kultur, für uns alle, nämlich unser Land mit dem von unseren Vorfahren Geschaffenen in seiner Einzigartigkeit bewusst wahrzunehmen, zu erleben und zu begreifen. So lädt unser Netzwerk Kulturerbe zur unbefangenen Neugier auf das vermeintlich Unscheinbare ein, vielleicht eine kleine museale Kostbarkeit von nebenan, vielleicht ein wunderbarer alter Siedlungsplatz oder auch eine Burg, die wir immer schon einmal besuchen wollten; sich bewusst sein, wo wir uns gerade befinden oder wo wir hinwollen, was bisher in unserer Schnelllebigkeit übersehen oder „nur“ aufgeschoben wurde. So wünscht sich das  Netzwerk Kulturerbe für unsere nahe Zukunft, dass das Lokale und Regionale, das Naturbelassene durch die Bevölkerung mit Interesse und  Freude erfasst wird, die Kenntnis über unser Land vertieft und aus dieser Kenntnis die Wertschätzung für unsere Kultur und Natur wächst.

Für das Netzwerk

Dr. Claudia Plaikner


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolEin guter Tag für Langtaufers,
ein guter Tag für das Melagtal

In der Sitzung der Landesregierung vom 15. April wurde die geplante Skiverbindung Langtaufers-Kaunertal abgelehnt. Das ist eine sehr gute Nachricht für Langtaufers und ein Gewinn für alle: Für die Bevölkerung und für einen intakten hochalpinen Lebensraum.

Download Pressemitteilung

 


© 2022 Heimatpflegeverband Südtirol5 ‰ für die Natur- und Kulturlandschaft
5 ‰ für den Heimatpflegeverband

Der Heimatpflegeverband setzt sich für den Erhalt unserer Natur- und Kulturlandschaft und der historischen Baukultur, für eine offene und traditionsbewusste Gesellschaft, für die Förderung der Volkskultur, der Tracht und der Mundart, für die Heimat ein.

Unterstützen auch Sie die Tätigkeit des Heimatpflegeverbandes, indem Sie bei der Steuererklärung (Mod. CUD, Mod 730 oder Mod. UNICO) ganz einfach und unkompliziert im entsprechenden Feld die Steuernummer 80006000212 des Heimatpflegeverbandes Südtirol eintragen und Ihre Unterschrift daruntersetzen. Sind Sie nicht verpflichtet eine Steuererklärung zu verfassen, können Sie die fünf Promille auch mit dem Mod. CUD zuweisen. Füllen Sie die Felder auf der letzten Seite des CUD aus und geben Sie eine Kopie bei der Post ab.

Vielen Dank!


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolCoronavirus trifft die „Krone der Schöpfung“

Erzwungen durch den Fast-Stillstand des öffentlichen Lebens, losgelöst von Terminen und Verpflichtungen, zurückgeführt in die eigenen vier Wände erfährt der Mensch dieser Tage eindrücklich, was es bedeutet, von einem aggressiven und bisher unbekannten Virus allgegenwärtig bedroht zu werden. Die Medien und sozialen Netzwerke schwanken zwischen dem aufrichtigen Versuch, allein die Faktenlage wiederzugeben und Menschen eindringlich zum richtigen Verhalten in dieser Krisenlage zu bewegen und der Panikmache mit der Verbreitung von Hiobsbotschaften oder Verschwörungstheorien.

Die Krise betrifft inzwischen mehr oder weniger stark die ganze Welt und es wird an Pandemie-Szenarien wie die Spanischen Grippe am Ende des 1. WK, die SARS-Pandemie 2002/03 oder die Schweinegrippe 2009/10 erinnert. Warum entstand diese Pandemie? Darüber geben uns Virologen und Immunologen wissenschaftlich gesicherte Auskunft. Aber Krisen kündigen sich manchmal durch verschiedene Vorzeichen an und werden durch einen oft nicht genau definierbaren Auslöser entfacht.

Auch Südtirol steht im Banne des Corona-Virus und die plötzlich reich vorhandene Zeit gibt wohl so manchem Menschen auch hier die Möglichkeit, sein Leben bewusster unter die Lupe zu nehmen, zu erkennen, was ihm abgeht oder eben auch nicht, was ihm wirklich wichtig ist oder jetzt bei genauer Betrachtung nichtig und überflüssig erscheint.  Wie oft hört man dieser Tage aus unterschiedlichstem Munde: Es musste einmal eine Bremse für unsere Hast, unser überhitztes Wirtschaften, unsere Gier nach Mehr kommen.

Wir Heimatpfleger/innen sprechen diese Entwicklungen und die Grenze der Belastbarkeit schon seit Jahren an und warnen vor der teilweise aggressiven Wirtschaftsweise, auch in unserem Land, vor dem grenzenlosen Wachstum in verschiedenen Wirtschaftsbereichen mit all den negativen Begleiterscheinungen wie überbordender Verkehr, überdurchschnittlicher Verbrauch von Ressourcen, überstrapazierte Landschaft. Aber auch über die Maßlosigkeit im Beanspruchen von Grund und Boden, über die Respektlosigkeit im Umgang mit unseren tradierten Kulturgütern, über das zunehmende Fehlen von Solidarität gegenüber Menschen, die nicht „mithalten“ können oder von außen zu uns kommen, um vor Verfolgung, wirtschaftlicher Not und Umweltkatastrophen zu fliehen.

Die Corona-Krise trifft, um es biblisch auszudrücken, die „Krone der Schöpfung“, also den Menschen, nicht die Natur, nicht die Pflanzen und Tiere. Im Gegenteil: Man erkennt, wie sehr die Natur dieser Tage wieder aufatmet, nicht nur weil sie – wie ein Wunder – jedes Frühjahr neu erwacht; nein, weil plötzlich die Luft wegen des stark reduzierten Verkehrs wieder reiner ist, weil der Straßenlärm verschwunden ist und man plötzlich die Vögel ganz laut singen hört, weil am Himmel die Kondensstreifen der Flugzeuge fehlen, weil der Konsum bis auf das Notwendige reduziert wird und nicht die Shoppingtour mit der Familie auf dem Programm steht.

Plötzlich finden Familien zu Hause wieder Zeit füreinander, sie reden, diskutieren, spielen, musizieren miteinander. Plötzlich finden Menschen wieder die Zeit, ihren Hobbys zu frönen, Plötzlich erinnern sich Menschen an andere, mit denen sie schon so lange nicht mehr gesprochen haben und setzen sich mit ihnen in Kontakt. Plötzlich entsteht eine Solidargemeinschaft im Kampf gegen das Virus. Plötzlich erkennen viele, dass das Leben endlich ist und man nicht für die nächsten fünf Generationen schaffen und schuften muss. Plötzlich merken wir, welche Menschen uns wirklich abgehen, weil wir sie jetzt physisch nicht treffen können. Und plötzlich merken wir genau, wer und was uns sprichwörtlich „gestohlen bleiben“ kann.  

Jede Krise birgt auch eine Chance in sich – diese Binsenweisheit bewahrheitet sich auch jetzt. Einen aus der Not erforderlich gewordenen Digitalisierungsschub hat man innerhalb weniger Tage beispielsweise im Bildungssystem erreicht. Eine neue Wertschätzung zeigt sich gegenüber Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten und in dieser Zeit weit über das normale Maß hinaus sich einsetzen und für uns alle ein hohes Risiko eingehen. Betriebe stellen spontan auf rar gewordene Güter wie Desinfektionsmittel und Mundschutzmasken um. Und nicht zuletzt: alle europäischen Länder werden heuer aufgrund der Corona-Krise ihre Klimaziele erreichen.

Was wird sich nach Corona ändern? Wird die Überwindung einer absehbaren schweren Wirtschaftskrise auch politische Priorität haben, nach dem Motto: so schnell wie möglich wieder zurück auf das Niveau vor der Corona-Krise und dabei sind alle Mittel recht? Oder wird man ein Maßhalten nicht als Mangel, sondern als Chance für eine andauernde Systemänderung betrachten, eine Art „Deglobalisierung“ mit neuer Wertschätzung gegenüber der überschaubaren Kleinstrukturiertheit von Betrieben und einheimischen, regional und gesund erzeugten Produkten? Wird die menschliche Gemeinschaft sich Werten wie Solidarität, Ehrlichkeit, Nachhaltigkeit verpflichten?

Man erinnert sich dieser Tage gerne eines einheimischen großen Vordenkers: Alexander Langer, der einen Gegenentwurf zum „citius-altius-fortius (schneller, höher, stärker) durch ein „lentius-profundius-suavius“ (langsamer, tiefer, lieblicher) für unsere Gesellschaft propagiert hat. Unsere Sehnsucht nach der Zeit nach Corona bietet die Gelegenheit, diesen Paradigmenwechsel zu vollziehen. Die Zukunft der Menschen und der Natur in unserem Lande hängt vor allem vom verantwortlichen Handeln von uns selbst ab. Nutzen wir diese einmalige Chance!

Claudia Plaikner, Obfrau des Heimatpflegeverbandes Südtirol

Olang, am Frühlingsanfang 2020

Welche positiven Erkenntnisse ziehen Sie ganz persönlich aus dem Fast-Stillstand des öffentlichen Lebens und der erzwungenen Auszeit? Welche Chancen sehen Sie in der Coronavirus-Krise?  Diskutieren Sie mit uns auf der Facebook-Seite des Heimatpflegeverbandes: https://www.facebook.com/HPV.Suedtirol/


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolACHTUNG: Kein Parteienverkehr

Ansuchen für Landschaftspflege-Beiträge können nur noch digital oder per Post eingereicht werden.

Alle Informationen zu den Beiträgen für Landschaftspflege und zum Einreichen der Ansuchen finden Sie hier. Für weitere 'Informationen erreichen Sie uns von Montag bis Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr unter der Telefonnummer 347 7129674.

 

 


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolABGESAGT: 70. Vollversammlung des Heimatpflegeverbandes abgesagt

Nach reiflicher Überlegung hat der Vorstand des Heimatpflegeverbandes die für den 4. April in Terlan geplante 70. Vollversammlung abgesagt. Damit trägt der Heimatpflegeverband der aktuellen Entwicklung der Coronavirus-Krise Rechnung.

Auch wenn die staatlichen Dekrete zurzeit lediglich eine Aussetzung der Veranstaltungen bis zum 3. April vorgeben, sieht es der Vorstand des Heimatpflegeverbandes als seine Pflicht an – im Rahmen seiner Möglichkeiten – einen Beitrag zur Eindämmung des Covid 19-Virus zu leisten. Dazu gehört auch die Absage der Vollversammlung am 4. April in Terlan.

Wir bitten alle Heimatpfleger und Interessierten um Verständnis für diese Maßnahme. Die Vollversammlung wird zu gegebenem Zeitpunkt nachgeholt.


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolTagung und Ausstellung: Bauen in der alpinen Landschaft

Am Freitag, 6.12.2019 findet an der Universität Bozen die Tagung "Bauen in der alpinen Landschaft statt. Gleichzeitig wird die Ausstellung "Edoardo Gellner und die Landschaft" eröffnet, die noch bis zum 23.12.2019 zu sehen ist.

Programm (pdf)


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolFernsehtipps auf RAI Südtirol

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© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolVorlesungsreihe: Wie aus Leben Erbe wird

Die Vorlesungsreihe “Alter Ego. Wie aus leben Erbe wird“, wird im Rahmen des Studium Generale der Universität Bozen von der Fakultät für Design und Künste / Plattform für Kulturerbe und Kulturproduktion organisiert. In acht Vorlesungen und einer Führung wird Kulturerbe aus unterschiedlichen Perspektiven und der Umgang damit als zeitgenössische Aufgabe betrachtet und diskutiert.

Programm (pdf)


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolWallfahrt mit Bischof Ivo Muser

Der Heimatpflegeverband Südtirol lädt Sie, Ihre Familie und Freunde herzlich zur Begehung des Franziskusweges in Sand in Taufers und Wort-Gottes-Feier mit Bischof Ivo Muser am 5. Oktober 2019 ein.

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© 2022 Heimatpflegeverband Südtirol70 Jahre Heimatpflegeverband

Der Heimatpflegeverein feiert Geburtstag. Am Samstag, 7. September lud der Heimatpflegeverband Südtirol zur Jubiläumsfeier auf Schloss Matschatsch oberhalb von Eppan. Dabei durfte Obfrau Claudia Plaikner über 100 Geladene aus den Heimatpflegevereinen, aus Politik und Gesellschaft und natürlich von den Partnerverbänden begrüßen, um 70 Jahre Heimatpflegeverband zu feiern.

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© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolTourismuszonen im Grünen

Das Spiel mit der Landschaft

Der Tourismus in Südtirol boomt. Was Touristen in Südtirol nach wie vor suchen ist eine typische und unberührte Kultur- und Naturlandschaft. Sie ist das Aushängeschild des Landes und eine der Hauptquellen für die gute Lebensqualität der Einheimischen.
Doch zurzeit erlebt Südtirol einen massiven Ausbau der touristischen Infrastruktur, der diese einzigartige Kultur- und Naturlandschaft nachhaltig verändern wird und zwar nicht zum Besseren. Es ist Zeit die Strategie des touristischen Ausbaus zu überdenken.

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© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolWarnung vor einem „Chalet-Dorf“-Boom

„Siedlungsgrenzen“ werden den touristischen Landschaftsverbrauch nicht hemmen

Ob „Almdorf“, „Stadeldorf“, „Bergdorf“, „Chaletdorf“ – das Beispiel Nordtirol zeigt, wohin die Entwicklung führt, wenn man dem Landschaftsverbrauch nicht strengere Grenzen setzt: Es geht in die Breite, nicht mehr in die Höhe. In Nord- und Osttirol gibt es bereits 30-40 derartige „dorfartige“ Hotelsiedlungen in der Naturlandschaft und zwar überwiegend  in sog. strukturschwachen Gemeinden bzw. Gebieten.

Dies ist – aus Sicht des Landschaftsschutzes – der wohl gefährlichste neue Trend im Hotelwesen: Pseudo-ökologische „Hoteldörfer“ und in die Landschaft gestreute Chalets verbrauchen ein Mehrfaches an Fläche herkömmlicher Hotelbauten, dazu der Flächenfraß durch Zufahrtsstraßen und durch alle übrigen Erschließungsanlagen. Und dies natürlich außerhalb der „Siedlungsgrenzen“!

Auch in Südtirol stehen Ansätze zu derartigen Auswüchsen schon in der Landschaft (Seiser Alm, Hafling) – und das neue Landesgesetz „Raum und Landschaft“, das am 1.1.2020 in Kraft tritt, wird diesen touristischen Flächenfraß nicht hemmen. Im Gegenteil: Es ist zu befürchten, dass das Gesetz und dessen Durchführungsverordnung zu Art. 17 – entgegen  den eigenen Ansprüchen – inner- und außerhalb der „Siedlungsgrenzen“ de facto einen gewaltigen Schub an neuem Bodenverbrauch bringen wird.

Denn: Bestehende Tourismusbetriebe können sowohl innerhalb des Siedlungsgebietes als auch im landwirtschaftlichen oder alpinen Grün erweitert werden. Neue Tourismusgebiete können in so genannten „strukturschwachen Gemeinden“ – darunter fallen insgesamt 56 Südtiroler Gemeinden – auch außerhalb des Siedlungsgebietes, im landwirtschaftlichen oder alpinen Grün geschaffen werden. Sogar in touristisch entwickelten und „stark entwickelten Gebieten“ können neue Tourismuszonen angrenzend an ein bereits bestehendes Hotel ausgewiesen werden.

Dies wäre nun definitiv das Gegenteil des so viel beschworenen Boden-Sparens!

RA Rudi Benedikter–Fachberater Recht im Heimatpflegeverband Südtirol


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolDie Bozner Bindergasse - Gestern und heute

Die mittelalterliche Bindergasse, einst von einflussreichen Zünften belebter, geschäftiger und
gastlicher Ort, verkommt heute mehr und mehr zu einer gesichtslosen, vernachlässigten, und
schmutzigen Allerweltstraße. Dass die Zeit nicht stehen bleibt und sich auch die Orte
weiterentwickeln, geht für mich in Ordnung. Was jedoch heute in dieser Straße abläuft, ist
gelinde gesagt untragbar.

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© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolMedienumfrage KulturFenster

Der Heimatpflegeverband Südtirol möchte das KulturFenster verbessern und macht dazu eine Umfrage. Egal, ob Sie das KulturFenster lesen oder nicht: Nehmen Sie sich bitte kurz Zeit und füllen den Fragebogen aus. Sie finden ihn hier.

 


© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolNetzwerk Kulturerbe

Infolge des Kulturerbejahres 2018 hat der Heimatpflegeverband mit dem Südtiroler Burgeninstitut, dem Verband der Restauratoren-Konservatoren Südtirols und dem Fondo Ambiente Italiano (FAI) das netz.werk.kultur.erbe gegründet, um bei wichtigen Anliegen gemeinsam in der Öffentlichkeit aufzutreten.

Dafür haben wir auch ein Logo entwickelt, unter dem die vier Organisationen in Zukunft ihre Zusammenarbeit bekunden werden. Die erste Aktion des netz.werk.kultur.erbe ist ein gemeinsamer Fotowettbewerb.


© 2022 Heimatpflegeverband Südtirol

Terra tra i monti, Heimat tirolese

Wiedergründung eines Trentiner Heimatpflegevereines

Vor zwölf Jahren ist in Grumo (TN) der Verein „Terra tra i monti, Heimat tirolese – Land im Gebirge, Tiroler Heimat“ gegründet worden. Mit dem plötzlichen Unfalltod des Initiators Stefan Frenez kamen die Aktivitäten des Vereins 2015 zum Erliegen.
Am 18. Mai 2019 startete man in Zusammenarbeit mit der Trentiner Gaismair Gesellschaft und den Heimatpflegern in Süd-, Nord- und Osttirol einen Neuanfang.

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© 2022 Heimatpflegeverband SüdtirolBerge brauchen keine Geschmacksverstärker

Trotz des eindeutig negativen Gutachtens des wissenschaftlichen Beirates der Stiftung Dolomiten UNESCO hat sich der Gemeinderat von Welschnofen mehrheitlich für den Bau des Besucherzentrums in Form eines Glasturmes in der Nähe der Kölner Hütte ausgesprochen. Für den Heimatpflegeverband ist klar: Der Rosengarten ist eine Attraktion an sich und braucht keine Inszenierung!

Der Welschnofner Gemeinderat hat gestern unter Punkt sechs der Tagesordnung der notwendigen Abänderung am Gemeindebauleitplan für die Errichtung des geplanten Glasturms Laurins Kristall mehrheitlich zugestimmt. Bei den Umweltschutzverbänden und alpinen Vereinen führt dies zu völligem Unverständnis. Die Entscheidung steht im Widerspruch zum Gutachten der Stiftung Dolomiten UNESCO.

Die Stiftung bewertet das Gebäude Touch the Dolomites (TTD) als massive Störung („evidente perturbazione“) des Weltnaturerbes. Deshalb kommt die Stiftung in allen Punkten zu einem negativen Gutachten. Mit dem sogenannten „Gläsernen Kristall“ führt man, so die Stiftung Dolomiten UNESCO, einen Fremdkörper mit negativen Auswirkungen auf den ästhetischen und touristischen Wert in das Weltnaturerbe ein. Das TTD erfüllt den Anspruch der Projektwerber, eines der wichtigsten Tore zum Weltnaturerbe aufzuwerten, nicht und hat deshalb laut Stiftung an diesem sensiblen Ort keinerlei Daseinsberechtigung.
Mit Verwunderung stellt die Stiftung außerdem fest, dass ihr Vorschlag, den Glasturm an einer alternativen Stelle wie z.B. in Talstationsnähe zu errichten, nicht in Betracht gezogen wurde.

Der Landeshauptmann selbst spricht sich im Brief vom 25.02.2019 an die Latemar Karersee GmbH für die konzeptionelle Miteinbeziehung der bestehenden Strukturen in das neue Besucherzentrum im Sinne der Empfehlung des wissenschaftlichen Beirates der Stiftung Dolomiten UNESCO aus. Er stellt die im Landesbesitz befindliche Kölner Hütte für die Erstellung eines Gesamtkonzeptes im Sinne einer „baulich anzupassenden Immobilie für das Besucherzentrum“ zur Verfügung.

Heimatpflegeverband Südtirol, Alpenverein Südtirol, Dachverband für Natur- und Umweltschutz und CAI Alto Adige haben sich bereits im Vorfeld zum Projekt aus mehreren Gründen negativ geäußert. Hauptkritikpunkte sind: Der Rosengarten ist eine Attraktion an sich und braucht keine Inwertsetzung und Inszenierung durch eine künstliche Landmarke, er hat bereits seinen kulturellen, spirituellen und ökologischen Eigenwert. Das TTD ist Ausdruck des Aufrüstens für einen kurzsichtigen Eventtourismus der verkennt, dass ein möglichst unberührtes Weltnaturerbe der eigentliche Schatz ist, von dem wir alle, allen voran auch Tourismus und Wirtschaft, profitieren.

Die Entscheidung zur geplanten Bauleitplanänderung liegt nun bei der Landesregierung. Die schreibenden Verbände fordern die Landesregierung auf, die verschiedenen negativen Gutachten – sei es von Landeskommissionen wie auch der UNESCO – Ernst zu nehmen und den Glasturm folgerichtig abzulehnen. Wir appellieren hier insbesondere an den Landeshauptmann, der politisch versprochen hat, die Fachgutachten der eigenen Kommissionen zu respektieren und sich bei den Entscheidungen zu Eigen zu machen.

Josef Oberhofer, Verbandsgeschäftsführer


Landschaftspflegebeiträge 2019

Die Frist für die Einreichung der Beitragsansuchen für die Erhaltung von Stroh- und Schindeldächern, bäuerlichen Kleindenkmälern sowie Holzzäunen außerhalb der Schutzgebiete ist mit 01. April 2019 abgelaufen. Jetzt gilt es abzuwarten, ob überhaupt und in welchem Ausmaß die Südtiroler Landesregierung bereit ist, Beiträge für die Landschaftspflege zu gewähren.

J.O.


Wann ist endlich genug mit der Inszenierung der Dolomiten?

Die Liftgesellschaft Latemar Karersee plant im Zuge der Neuerrichtung der Liftanlage „König Laurin“ bei der Kölner Hütte direkt unter dem Rosengarten auch den Bau eines Besucherzentrums mit einem weithin sichtbaren Glasturm als Attraktion und Touristenmagnet.

Offensichtlich hat sich inzwischen ein Aufschaukelungseffekt und ein Wettbewerb um Gäste mit teils wahnwitzigen Ideen entwickelt, welche von hohen Hängebrücken und weit auskragenden Plattformen als Kick, bis zu begehbaren Gipfelkreuzen (!!) reichen. Deshalb glauben viele Betreiber, unbedingt mit solchen Vorbildern mithalten zu müssen. Doch nicht jeder Standort verträgt einen Eyecatcher, besonders nicht dieser hier vor den bizarren weltberühmten Felswänden des Rosengartens mit einem solchen Glasturm!

Gewiss ist der heutige Zustand mit der Bergstation und den vielen hohen Stützmauern keine Augenweide. Deshalb könnte die neue Bergstation durchaus wie geplant in die Erde verlegt werden, auch wenn es eines großen Aushubes bedarf, welcher zwar teils für die geplante Zuschüttung des bestehenden Gebäudes verwendet wird. Diese Maßnahme kann effektiv zu einer landschaftlichen Verbesserung führen wie das Rendering zeigt, auch wenn dieses geschönt dargestellt ist und dabei bewusst alle Geländer, Stützen und Tragseile der neuen Umlaufbahn fehlen, um es besser aussehen zu lassen. Wir kritisieren aber auch die massive Erhöhung der Förderleistung, welche weitere Probleme schafft. Als neues Highlight wird das 360°-Panorama angegeben, obwohl dieses von der Kölner Hütte aus besser zu sehen ist. Gerade deshalb braucht es keinen Glasturm, in dem sich wegen der abgekanteten Ausformung und der riesigen Glasflächen, dauernd irgendwo der Himmel und die Sonne spiegeln und dies von unten aus zu sehen sein wird.

Wir sind schon der Auffassung, dass ein gewisses Informationsangebot zum Welterbe Dolomiten durchaus an der Bergstation geboten werden könnte, doch wäre ein Besucherzentrum am Ausgangspunkt bei der Talstation wegen der niederschwelligen Zugänglichkeit sicherlich viel besser positioniert. Die Dolomiten sollten nämlich nicht weiter vermarktet werden, sondern zunehmend vor zu starkem Zulauf geschützt werden, denn es stellt sich die Frage: Wann ist denn endlich genug?

Abschließend möchte sich der Heimatpflegeverband auch noch der Kritik von AVS, Cai und Dachverband vollinhaltlich anschließen.

Dr. Claudia Plaikner
Landesobfrau


Bahnhofgebäude Bruneck gerettet

Bezugnehmend auf den Artikel der „Dolomiten" vom 31.1.2019, dass der Baubeginn für das lange geplante Mobilitätszentrum Bruneck bevorsteht, begrüßen wir Mitglieder der "Plattform Pro Pustertal," des „Heimatpflegeverbandes Südtirol" und des „Kuratorium für die Erhaltung Technischer Kulturgüter" die Rettung des bestehenden Bahnhofsgebäudes aus dem Jahr 1871.

Der ursprüngliche Ausbauplan von 1990 sah den totalen Abriss des Hauptgebäudes vor und setzte sofort eine breite Kampagne für den Erhalt des historischen Ensembles in Gang.
Bereits 2002 begründete Frau Dr. Waltraud Kofler-Engl vom Denkmalamt den Erhalt damit, dass die alt-österreichischen Bahn-Bauten der Brenner- als auch der Pustertalbahn seit 1859 mit ihren verschiedenen Dienstgebäuden, Wassertürmen, Werkshallen und Stellwerken materielle historische Zeugnisse in einheitlichem Stil darstellen.

Der vom österreichische Hochbaudirektor Ritter Wilhelm von Flattich entwickelte Formenkanon stellte eine neuartige und einheitliche Bautypologie dar: Sockelmauerwerk aus Natursteinen, reich gestaltete Giebelfelder mit Holzschnitzerei, möglichst niedrige Bau- und Erhaltungskosten, Baustil, welcher der Gebirgslandschaft entspricht.

Im Jahr 2003 erfolgte eine genaue Bestandsaufnahme aller historischen Bahnhöfe in Südtirol, wobei Bruneck und Klausen als besonders erhaltenswert bezeichnet wurden. Leider ging in der Zwischenzeit bereits vieles verloren, obwohl im November 2011 ein dringender schriftlicher Appell des „Kuratoriums" an den damaligen Landesrat Thomas Widmann und Bürgermeister Christian Tschurtschenthaler gerichtet wurde mit der Bitte, das noch vorhandene Stellwerk aus dem Baujahr 1871 nicht dem Verfall preiszugeben, obwohl die dazugehörige Waage bereits zerstört war.

Nun ersuchen wir erneut darum, dieses wertvolle Zeugnis der k.u.k. -Baukultur unbedingt zu erhalten; es könnte bestens als historisch-touristische Attraktion genützt werden. Im historischen Holzbaugebäude könnten man beispielsweise Geräte aus der Gründerzeit unterbringen und mit entsprechender Dokumentation über die Pionierzeit der Eisenbahn informieren.

Dr. Christine Baumgartner, Plattform Pro Pustertal
Dr. Claudia Plaikner, Heimatpflegeverband
Dr. Wittfrieda Mitterer, Kuratorium für die Erhaltung Technischer Kulturgüter

Bruneck/Olang/Bozen, 10.02.2019


Die Lerche - Vogel des Jahres 2019

Lesen Sie mehr dazu hier


Gesamttiroler Heimatpfleger-Treffen

32. Generalversammlung der Nord-, Ost-, Süd- und Welschtiroler Heimatpfleger - Resolution

Am Samstag, 1. Dezember 2018 haben sich die Vorsitzenden und Mitglieder der Landesvorstände zum alljährlichen Gesamttiroler Heimatpfleger-Treffen in Frangart/Eppan eingefunden. Aus aktuellem Anlass haben die Gesamttiroler Heimatpfleger*innen eine Resolution zum Grenzenlosen Wachstum verfasst, die Sie nachfolgend lesen können.

Tourismus in Südtirol - Die Grenzen des Wachstums – ein Appell an Politik und Wirtschaft

WENIGER IST MEHR 1)

Die Fremdenverkehrswirtschaft jubelt über Rekordzuwächse im Sommertourismus („ein Plus von 2% im Sommerhalbjahr 2018“). Gleichzeitig jedoch mahnt LH Arno Kompatscher, dass „in Teilen Südtirols die zahlenmäßige Grenze inzwischen erreicht sei; deshalb herrsche mittlerweile große Einigkeit darüber, dass man nicht mehr Wachstum, sondern mehr Nachhaltigkeit anstreben müsse" (zit nach: Dolomiten, 01.12.2018). Und die Südtiroler Wirtschaftszeitung titelte schon im August 2018 mit Blick auf die absehbaren Grenzen des touristischen Wachstums: „Genug kann auch genügen“.

Diese Einschätzungen teilen wir vorbehaltlos! Doch aus Erfahrung wissen wir auch, wie schnell solche Mahnungen im Erfolgsjubel der für den Tourismus Verantwortlichen verhallen können.

Tatsächlich erleben wir seit einigen Jahren einen starken und „nachhaltigen“ Wachstumsschub beim Fremdenverkehr in unserem Land, mit jährlichen Zuwachsraten zwischen 5-6% sowohl bei den Ankünften als auch bei den Nächtigungen: Letztere überschritten im Jahr 2018 die 32-Millionen Marke.... Die Gründe liegen in der weltweit starken Konjunktur, in einer neuen Beliebtheit von Nahräumen wie der Alpen – auch angesichts der Angst vor Terrorismus und im Zeichen des Klimawandels in den wärmer werdenden Perioden auf der Suche nach der „Sommerfrische“. Dazu kommt, dass Südtirol als Gastland tatsächlich „qualitativ aufgerüstet“ hat und sein Leistungsangebot in allen Teilbereichen der Branche verbessert und ausgeweitet hat.

Doch dieser Boom hat eine negative Kehrseite – und diese spüren wir von Jahr zu Jahr stärker, sommers wie winters, -in unseren Städten, Tälern und auf unseren Bergen: Die Grenzen dieses Wachstums sind vielerorts erreicht! Dieses Wachstum bedarf allzu vieler Gäste, es produziert zu viel Beton und zu viele Betten; dieses Wachstum produziert bedrohlich anschwellende Verkehrslawinen (denn nur 10-15% der Touristen erreichen Südtirol mit öffentlichen Verkehrsmitteln); dieses Wachstum lässt die Preise auf Kosten der Ansässigen steigen; dieses Wachstum bringt insgesamt einen erhöhten Verbrauch von Landschaft und Ressourcen mit sich und eine größere Belastung des Gebietes und der Umwelt. Und bedenklich ist: Das neue Landesgesetz für Raum und Landschaft vom Juni 2018 hat schon die Weichen für eine weitere rasante Tourismusentwicklung gestellt.

Angesichts dieser Entwicklung appellieren wir an Landespolitik und Wirtschaft:

Wenn Südtirols Natur und Landschaft ihre herausragende natürliche Qualität weiterhin, also „nachhaltig“, behalten sollen, dann muss die Tourismusentwicklung im Sinne eines strategischen Maß-Haltens und Gegensteuerns grundsätzlich überdacht werden und zwar in Richtung „sanfte Mobilität – „Klimaland“ – „Bio-Land“. Dies im besten Wortsinn des Leitgedankens von Mies van der Rohes Architektur.

Claudia Plaikner – Konrad Roider – Walther Eccli

1) Architekt Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969)