Tätigkeitsprogramm
Schwerpunkte für das kulturelle Tätigkeitsprogramm 2013
Der Heimatpflegeverband Südtirol wird sich auch im Jahr 2013 bemühen, die vom Statut vorgegebenen Zielsetzungen zu erreichen und sich mit aller Kraft für die Erhaltung und Pflege des Natur- und Kulturerbes in Südtirol einsetzen.
Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass vielfach Initiativen und Aktionen erst während des Vereinsjahres spontan und aus einer Notwendigkeit heraus entstehen, was die Erstellung eines genauen Programmes im Voraus schwierig macht. Die Hauptaufgabe des Verbandes wird jedoch auch im Jahr 2013 darin bestehen, die Umwelt und das heimatliche Landschaftsbild zu schützen und alles zu pflegen, was die Eigenart unserer Heimat im weitesten Sinne des Wortes ausmacht.
In den verschiedenen Bereichen der Heimatpflege sind folgende Tätigkeiten geplant:
1) Natur- und Umweltschutz
Der Natur- und Umweltschutz stellt neben dem Ortsbildschutz und der Ortsbildpflege, dem Ensembleschutz und der Raumordnung eine grundlegende Aufgabe der Heimatpflege dar. 2012 hat der Heimatpflegeverband Südtirol gemeinsam mit der Landesabteilung Natur und Landschaft, und dem Katholischen Südtiroler Lehrerbund mit großem Erfolg die 20. Naturschutzwoche abgehalten. Im Vereisjahr 2013 ist geplant, zu diesem runden Jubiläum eine Publikatikon über alle 20 Naturschutzwochen herauszugeben, denn die seit 1970 behandelten Themen und Resolutionen haben heute immer noch große Aktualität.
Für 2013 sind weiters eine Reihe von Sensibilisierungsaktionen geplant, die sich vor allem an die Jugendlichen richten. So soll u.a. im Online-Jugend-Gewinnspiel syndromeX ein gesamtes Jahresmodul rund um das Thema Naturschutz erarbeitet und ins Netz gestellt werden. Im Bereich der Jugendarbeit wird der Heimatpflegeverband-Südtirol auch 2013 wieder Ortsbegehungen anbieten, um auf heimatkundliche Besonderheiten vor Ort hinzuweisen.
Weiters wird sich der Heimatpflegeverband Südtirol 2013 wieder gezielt für die Erhaltung der wertvollen Natur- und Kulturgüter einsetzen, gegen jegliche Zerstörung ankämpfen und Alternativen aufzeigen. Die zahlreichen Vereins- und Bezirksobleute, Vereinsmitglieder, Fachberater und Ortsbeauftragten werden sich auch 2013 wieder in ehrenamtlicher Tätigkeit den vielfältigen Aufgaben in diesen Bereichen widmen.
Die Landeskunde Gesamttirols soll auch im kommenden Vereinsjahr in Absprache mit der Fakultät für Bildungswissenschaften, Brixen den Schülerinnen und Schülern durch gezielte Aktionen vermittelt werden.
Der Verband plant auch Aktionen zur Lösung von Umweltproblemen (z.B. Deponien, E-Werke) und zur Verbesserung der derzeitigen Situation des öffentlichen Verkehrs im Lande. Er wird sich auch gegen weitere Skigebiets- und Gletschererschließungen zur Wehr setzen. Wir brauchen letzte Reserven unserer heimatlichen Natur und Landschaft.
2) Erhaltung der historischen Bausubstanz - Ensembleschutz
Obwohl die Südtiroler Landesregierung mir Beschluss Nr. 3937 vom 4.11.2004 Maßnahmen zur Umsetzung des Ensembleschutzes beschlossen hat, haben bis heute (7. August 2012) nicht einmal die Hälfte der 116 Kommunen den geforderten Ensembleschutzplan vorgelegt. Dieser Umstand ist für den Heimatpflegeverband ein klarer Auftrag, weiterhin die Bewusstseinsbildung für den Ensembleschutz zu fördern und den säumigen Gemeinden bei der Erstellung des Verzeichnisses behilflich zu sein.
So hat der Heimatpflegeverband-Südtirol, der den Ensembleschutz als erster in Südtirol gefordert und sich seit jeher dafür stark gemacht hat, unter Einbeziehung von Fachleuten (u.a. Architekten, Kunsthistoriker, Urbanisten, Landschaftsplaner) im abgelaufenen Vereinsjahr bereits mehrere Ortsbegehungen organisiert und mit Erfolg durchgeführt. Für 2013 liegen bereits wieder einige Anfragen auf, sodass in diesem Bereich mit einem weiteren Zuwachs der Tätigkeit zu rechnen ist.
Überall dort, wo der amtliche Denkmalschutz nicht eingreifen kann, wird der Verband wie bisher – großteils durch ehrenamtliche Tätigkeit – versuchen, mit gezielten Aktionen wie Bauberatung, Vorträgen oder Ausarbeitung von Alternativvorschlägen zur Erhaltung der gefährdeten historischen Bausubstanz beitragen.
3) Volkskunde und Volkskultur
Arbeitsgemeinschaft "Lebendige Tracht"
(Vorsitzende: Agnes Andergassen)
Im Vereinsjahr 2013 plant die Arbeitsgemeinschaft Lebendige Tracht folgende Arbeiten durchzuführen:
- Mehrere Sitzungen im Jahr mit allen Mitgliedern der Arge und zusätzlich fachspezifische Arbeit in Kleingruppen
- Zusammenarbeit mit den Fachberatern betreffend Trachtenschneiderei, Lederhosen, Gurten und Silberschmiedearbeiten, Trachtenschuhe und Trachtenhüte
- Organisation des 2. Südtiroler Trachten-Tauschmarktes in Bozen
- Trachtenberatung für Vereine, bäuerliche Organisationen und Privatpersonen
- Informationsveranstaltungen zur Geschichte und zum Tragen der Tracht je nach Anfrage
- Erstellen von Fachgutachten für das Landesamt für Kultur sowie für das Amt für Kabinettsangelegenheiten
- Fortführung der Ausarbeitung der im Jahr 2010 durchgeführten landesweiten Trachtendokumentation in Zusammenarbeit mit SSB und VSM
- Erstellen von Fachbeiträgen zu den einzelnen Trachtenteilen
- Zusammenarbeit mit der SBO in Bezug auf Tracht - Buchprojekt
- Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz - Trachtenumzüge
- Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch mit Trachtenfachleuten bes. aus Nord- und Osttirol, Vorarlberg, Salzburg und Bayern – Österr. Trachten- und Heimatverbände
- Eine jährliche Bildungsfahrt mit interessantem Ziel bezüglich Tracht
- Mitarbeit und Teilnahme an der Veranstaltung „Altes Handwerk Tirol“ in Seefeld
- Besuch von Weiterbildungsveranstaltungen im In- und Ausland
- Verfassen von Artikeln zur Tracht in verschiedenen Printmedien, vor allem im „Kulturfenster“
- Radio- und Fernsehsendungen zur Tracht im Rai-Sender Bozen, ORF-Südtirol heute, Radio Grüne Welle
- Erweiterung der Trachtenliteratur in der Fachbibliothek des Heimatpflegeverbandes
- Homepage der Arge
Arbeitsgemeinschaft "Mundart"
(Vorsitzender: Dr. Martin Achmüller)
Auch im Vereinsjahr 2013 wird in der Arbeitsgemeinschaft der MundartdichterInnen der Schwerpunkt auf die Fortbildung gesetzt. In mehreren Treffen wird besprochen, worauf es beim Schreiben ankommen kann und was man beim Lesen berücksichtigen soll.
Geplant ist nach wie vor eine Zusammenarbeit mit den deutschen Sprachinseln, doch wird aus finanziellen Gründen kaum ein größeres Treffen durchführbar sein.
Das Angebot der öffentlichen Lesungen und somit des Sprachkontaktes mit
anderen Rezipienten soll weiterhin ausgebaut werden. Dabei geht es auch um die weitere Verbreitung unseres Mundartbuches „Wenn wieder Winter weard“.
Eine Zusammenarbeit mit dem Amt für Bibliothekswesen, aber auch eigene Leseaktionen, eingebunden in kulturelle Veranstaltungen, sind geplant – im Jahr 2013 vor allem die vom Land intiierte Aktion der Zusammenarbeit mit den Museen.
Weitergeführt werden auch die traditionellen Lesungen wie die „Hennaschtund“ in der Bibliothek in Mals oder der Nachmittag zugunsten des „Bäuerlichen Notstandfonds“ im Passeier.
4) Bau-, Ortsbild- und Friedhofspflege
Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig es ist, die Bevölkerung vor Ort in Sachen "Richtiges Bauen und Sanieren" aufzuklären und in den Bereichen Dorfbild- und Friedhofspflege sowie Ensembleschutz fachmännisch zu beraten. Im Jahre 2013 plant der Heimatpflegeverband-Südtirol daher verstärkt Beratungen anzubieten und Lokalaugenscheine, Ortsbegehungen, Tagungen und Exkursionen durchzuführen.
5) Weiterbildung und sonstige Veranstaltungen
In den einzelnen Bezirken sollen neben den regelmäßigen Bezirkssitzungen ab und zu auch Vorstandssitzungen abgehalten werden, um die Kommunikation zwischen Verbandsführung und Bezirken zu intensivieren.
Der Heimatpflegeverband-Südtirol wird auch im kommenden Jahr eine Reihe von Vorträgen zum Thema Heimatpflege, Trachten- und Friedhofspflege anbieten, Lehr- und Bildungsfahrten organisieren sowie Fachtagungen abhalten.
Im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit wird der Heimatpflegeverband versuchen, in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Bildungswissenschaften in Brixen, Lehrmaterial zur Landeskunde Gesamttirols zu erarbeiten und es dann dem unterrichtenden Personal zur Verfügung zu stellen.
6) Kulturelle Projekte
Natur- und heimatkundliche Wanderungen für Schüler und Familien zum Thema „Kennst Du den Ort, in dem Du lebst?“.
syndromeX
Wenngleich das Jugend-Gewinnspiel syndromeX in seiner zweiten Auflage nicht mehr diesen Erfolg verzeichnen konnte, wie syndrome09, so haben sich dennoch etliche Schulklassen daran beteiligt und mehr als 1800 z.T. sehr kniffelige Aufgaben gelöst.
Wie vereinbart, soll das Jugend-Gewinnspiel über mehrere Jahre hinweg in den Schulen Verwendung finden und so wird der Heimatpflegeverband Südtirol wieder eine Reihe von Autorinnen und Autoren zu den verschiedenen Themenkreisen suchen und die sogenannten Motivationstexte erstellen. Das deutsche Pädagogische Institut wird sich um die inhaltliche Gestaltung kümmern.
Der Heimatpflegeverband Südtirol wird noch im Herbst 2012 zusammen mit dem Pädagogischen Institut in mehreren Orten Südtirols Fortbildungsveranstaltungen für LehrerInnen anbieten, damit diese das Spiel und vor allem die Möglichkeiten für den Einsatz im fächerübergreifenden Unterricht kennen und im Schuljahr 2012/2013 nutzen.
Weiters ist 2013 geplant, in Zusammenarbeit mit dem Pädagogischen Institut und dem Filmproduzenten Christian Bassani Kurzfilme zum Thema „Berufe früher“ zu erstellen und diese einmal als DVD den Schulen zur Verfügung zu stellen und parallel dazu im entsprechenden Kontext mit Unterrichtsvorschlägen auf dem Bildungsserver blikk platzieren.
7) Erhaltung von Flur- und Kleindenkmälern – Pflege der Kulturlandschaft
Seit vielen Jahren setzt sich der Heimatpflegeverband-Südtirol mit Erfolg für die Instandhaltung und Restaurierung von Stroh- und Schindeldächern, Holzzäunen, Backöfen, Kapellen, Bildstöcken und Mühlen ein und bemüht sich, für die jeweiligen Antragsteller eine finanzielle Unterstützung durch die Abteilung Natur und Landschaft in der Südtiroler Landesregierung zu erlangen.
Dank dieser Initiative konnten im Vereinsjahr 2011 wieder 757 Objekte saniert und rund 720.000 Euro an Landesbeiträge vermittelt werden.
Die 20 Sachbearbeiter im Heimatpflegeverband Südtirol und die zahlreichen Heimatpfleger vor Ort werden auch im Jahr 2013 ihre Bemühungen in diesem Bereich mit unvermindertem Einsatz fortführen, zumal es sich dabei um charakteristische Elemente unserer Kulturlandschaft handelt und es als wichtige Aufgabe angesehen wird, den künftigen Generationen die besondere Eigenart unseres Landes zu bewahren.
8) Fachberatungen-, referate-, exkursionen und Fachgutachten in den Bereichen Orstsbildschutz und Ortsbildpflege, Landschafts- und Naturschutz sowie Raumordnung Kulturlandschafts- und Baupflege
Auf der Grundlage der Vorstandsbeschlüsse von 1994, 1997 und 2004 sowie der nunmehr langjährigen, positiven Erfahrungen und der daraus resultierenden Erfolge für die Heimatpflege möchte der Verband auch 2013 wieder Fachberatungen und Fachexkursionen zu den unterschiedlichsten Themen anbieten und falls gewünscht und erforderlich, Fachgutachten erstellen und Fachvorträge organisieren. Hierfür wird der Verband sowohl Experten von außen bestellen, als auch -angesichts der unbestritten hohen Qualifikation des Obmannes in den Bereichen Heimat-, Natur- und Umweltschutz sowie Raumordnung- ihn dafür beauftragen. Die unzähligen, hoch qualifizierten Fachgutachten- und vorträge zu den unterschiedlichsten Themen der Heimatpflege haben bislang jeder Überprüfung und Kritik standgehalten und in der Öffentlichkeit eine hohe Akzeptanz erfahren. Diese Aktion zur Sensibilisierung soll daher weitergeführt werden.
9) Gesamttiroler Heimatpfleger (ehem. Dachverband für Heimatschutz und Heimatpflege in Tirol)
Die Gesamttiroler Heimatpfleger werden sich auch 2013 wieder zu mehreren Sitzungen und zu einer Generalversammlung treffen, um über gemeinsame Aktionen zur Sensibilisierung für das Natur- und Kulturerbe Gesamttirols zu beraten und gegen den immer stärker werdenden Transit anzukämpfen.
Dr. Peter Ortner Josef Oberhofer
Landesobmann Verbandsgeschäftsführer
Vom Landesvorstand in der Sitzung Nr. 353 vom 26.09.2012 genehmigt.