Heimatpfleger gegen Windkraftanlagen
Sattelberg und Sandjoch, ein hochalpines Gelände
In den Brennerbergen sollen rund um den Sattelberg und das Sandjoch zwei Windparks mit insgesamt 31 Windkraftanlagen errichtet werden. Sie erstrecken sich mit einer Höhe von ca. 100 Metern und einer Länge von ca. 7 Kilometern direkt am exponierten Grenzkamm entlang.
Folgende Argumente sprechen gegen dieses Projekt:
- Die Brennerberge werden durch die Windkraftparks in eine industriell geprägte Energielandschaft umgewandelt. Eine ausgesprochene Hochgebirgslandschaft verliert ihren landschaftlichen Reiz.
- Die Brennerberge verlieren als Stätten der naturnahen Erholung und des sanften Alpintourismus ihre Attraktivität. Verbauung und Lärm lassen keine erlebnisreichen Bergtouren künftig zu.
- In unmittelbarer Nähe befindet sich auf Nordtiroler Seite ein Natura 2000 Gebiet, das von den Windkraftanlagen in Mitleidenschaft gezogen wird.
- Die Brennerberge sind ein bedeutender Lebens- und Rückzugsraum für Tiere und eine alpenweit bedeutende Vogelzugslinie. Durch Windparks sind Störungen vorprogrammiert.
- Intakte Rückzugsgebiete für die Flora und Fauna, zumal in Hochgebirgsregionen, sind unverzichtbar. Dies trifft besonders für die vom Transit Tag und Nacht geplagte Brennergegend zu.
- Für den Bau und den Betrieb der Windkraftanlagen sind vielerlei Erschließungen notwendig, die den sensiblen Standorte belasten. Beispiele sind die Beförderung von Materialien, die Erweiterung der Militärstraßen, die Anlage von Servicewegen und die Errichtung von Stromleitungen.
- Die Windkraftanlagen stören das Landschaftsbild. Sie sind mit den landschaftsökologischen Gegebenheiten nicht kompatibel.
- Die Brennerberge sind ein wichtiger Lebensraum für Wildtiere. Hier befinden sich, aufgrund der sonnenexponierten Lage, gute Winterunterstände für das Gamswild.
- Im betroffenen Gebiet sind noch gute Bestände an Rauhfußhühnern: Auer- und Birkwild, Schneehühner. Diese Hühnervögel sind heute alpenweit bedroht. Die Beunruhigung des Gebietes wirkt sich vor allem in der Balzzeit verhängnisvoll aus.
- Eine besondere ornithologische Rarität der Brennerberge sind auch die Steinhühner. Sie kommen in Südtirol nur lückenhaft und in geringer Dichte vor.
- Der Brenner ist nicht zuletzt eine bedeutende Vogelzuglinie der Alpen. Wer kann beweisen, dass Windkraftanlagen die Zugvögel im Frühjahr und Herbst nicht stören?
Aus all den angeführten Gründen, insbesondere aus Landschaftsschutzgründen, lehnt der Heimatpflegeverband Südtirol den Bau von Windkraftanlagen in den Brennerbergen ab. Die Natur- und Kulturlandschaft des Wipptales ist bereits durch viele Infrastrukturen, insbesondere den Transitverkehr, schwerstens beeinträchtigt.
Dr. Peter Ortner
Obmann