Stockerhof & Heiligenhof

 

Offener Brief

an den Landeshauptmann von Südtirol

An die Mitglieder der Landesregierung

An den Bürgermeister der Gemeinde Latsch

Bozen, 30.01.2018

Den vom Landesdenkmalamt vorbereiteten Unterschutzstellungsvorschlag umsetzen!

Der Stockerhof mit dem angrenzenden Heiligenhof ist im Dorfzentrum eines der noch wenigen historischen und noch intaktenEnsembles in der Marktgemeinde Latsch.

Der im Jahre 1400 erstmal erwähnteStockerhof diente einst als Gefängnis. Der Heiligenhof wurde erstmals im Jahre 1327 erwähnt.

Sollte dem Ansinnen eines Immobilienmaklers, den Stockerhof abzubrechen,stattgegeben werden geht ein wertvoller historischer Bau mit gewölbten Kellerräumen, Mittelgängen, gewölbter Küche, barocken Türen und seine Verbindung mit dem ebenso wertvollen Heiligenhof verloren.

Beide Gebäude haben mittelalterliche Kernbauten und wurden im 16. Jahrhundert in die heutige Form gebracht. Uns allen musses ein Herzensanliegen sein, die weitgehend noch gut erhaltene Bausubstanz zu erhalten. Auch in historischen Bauten kann wertvolle neue Wohnkultur entstehen. Mit nachahmenswertem Beispiel geht die Stadtgemeinde Glurns voran, wie die mustergültige Sanierung von zwei sich in schlechtem Zustand befindlichen Stadthäusern zeigt. Mit gutem Willen seitens der Besitzer und der Entscheidungsträger können auch in Latsch die historischen Bauten des Heiligen- und Stockerhofes erhalten bleiben und genutzt werden.

Für uns unverständlich ist die Tatsache, dass bis jetzt immer noch kein Beschluss der Landesregierung für eine Denkmalschutzbindung gefasst wurde, obwohl dies schon für die Sitzung vom 04. April 2017 vorgesehen war und erneut ein Vorschlag von Seiten der Denkmalpflege vorliegt.

Daher ruft der Heimatpflegeverband Südtirol mit dem Bezirk Vinschgau und dem Ortsverein die Landesregierung auf, das „Ensemble Stockerhof – Heiligenhof“ als schützenswerte Bauten unter Denkmalschutz zu stellen. Der vom Denkmalamt vorbereitete Unterschutzstellungsvorschlag wartet auf die Umsetzung. Es liegt in der Hand der Politik, und es ist ihre Aufgabe, historisches Kulturgut auch für die Nachwelt zu erhalten, ihm eine Zukunft zu geben, es nicht der Spitzhacke und den Immobilienspekulationen auszuliefern.

Erstens wäre damit der totale Abriss unterbunden und zweitens könnte die Dachlandschaft sowie der Strassen- / Gassencharakter beibehalten bleiben. Gerade diese Altbauten sind identitätsstiftend und haben wesentlichen Anteil am Erscheinungsbild eines historischen gewachsenen Dorf-/Ortbildes.    

In diesem Sinne ergeht an die Entscheidungsträger die Aufforderung, den Heiligen- und Stockerhof, die historisch und baugeschichtlich eine Einheit bilden und nicht auseinandergerissen werden dürfen, unter Denkmalschutz zu stellen.

 

Dr. Claudia Plaikner, Obfrau des Heimatpflegeverbandes Südtirol

Franz Fliri, Obmann des Heimatpflegebezirks Vinschgau

Joachim Schwarz, Obmann des Heimatpflegevereins Latsch

 

 


[1]Academia #75, September 2016, p. 32

 


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